Krankenversicherung für Grenzgänger in der SchweizSeitenverzeichnis

Zusatzversicherungen VVG

Welche Arten von Zusatzversicherungen es nach VVG gibt und was sie abdecken

Die Arten von Zusatzversicherungen sind in der Schweiz zahlreich: Laut ihrem Faktenblatt von 2023 spricht die FINMA von rund 600 Produkten, von der einfachen Zahnversicherung bis zur Privatabteilung im Spital. Wer weiss, wie sich das Angebot auf ambulante Leistungen, Spital, Zahn, Taggeld sowie Familien- und Firmenlösungen verteilt, liest eine Offerte mit mehr Sicherheit.

Von N. Frik · Angaben geprüft am 28. Oktober 2026

Zwei Erwachsene vergleichen Broschüren vor einem Computer mit drei Vergleichsspalten.

Arten von Zusatzversicherungen und Grundversicherung: zwei getrennte Systeme

Die obligatorische Krankenpflegeversicherung nach KVG gilt für alle Personen mit Wohnsitz in der Schweiz, und die Krankenkasse muss jeden Antrag annehmen. Aufsichtsbehörde ist das Bundesamt für Gesundheit. Die Arten von Zusatzversicherungen, um die es hier geht, gehören zu einem anderen System: Sie sind freiwillig, unterstehen dem Privatrecht, namentlich dem Versicherungsvertragsgesetz (VVG), und werden von der FINMA beaufsichtigt.

Aus diesem Unterschied folgt einiges. Bei einer Zusatzversicherung darf die Versicherung einen Antrag ohne Begründung ablehnen, Vorbehalte anbringen oder einen Gesundheitsfragebogen verlangen. Sie gestaltet ihre Produkte und Prämien frei, muss Bedingungen und Tarife aber vorgängig von der FINMA genehmigen lassen. Diese prüft unter anderem, ob die Prämien nicht missbräuchlich hoch sind und die Solvenz nicht gefährden.

Deshalb haben die Arten von Zusatzversicherungen keinen einheitlichen Inhalt. Die Begriffe «ambulant» oder «Spital» bedeuten bei jeder Versicherung etwas anderes, mit eigenen Höchstbeträgen, eigenen Wartefristen und eigenen Ausschlüssen. Massgebend sind allein die Vertragsbedingungen.

Die Marktzahlen zeigen die Vielfalt der Arten von Krankenzusatzversicherungen. Am 1. Januar 2022 zählte die FINMA 19 Privatversicherer, die vor allem im Zusatzgeschäft tätig sind, sowie 10 Krankenkassen mit Grund- und Zusatzversicherung. Das Prämienvolumen der Zusatzversicherungen betrug rund 7 Milliarden Franken, jenes der Grundversicherung 33 Milliarden (Stand Ende 2021).

Zusatzversicherungen im Überblick: Kategorien nach abgedecktem Risiko

Zusatzversicherungen im Überblick: Üblicherweise werden die Produkte in grosse Gruppen eingeteilt. Comparis hält fest, dass ambulante Leistungen in der Regel auf einen Höchstbetrag pro Kalenderjahr begrenzt sind und viele Leistungen nur im Paket statt einzeln angeboten werden. Die gängigsten Kategorien sehen so aus.

Bei den Arten von Zusatzversicherungen hängt die sinnvolle Wahl davon ab, was die Grundversicherung nicht oder nur teilweise zahlt: Brillen, Zahnbehandlungen bei Erwachsenen, Komplementärmedizin, Komfort im Spital, Lohnausfall bei Krankheit. Niemand muss alles abschliessen; jede Deckung wird einzeln oder innerhalb eines Pakets abgeschlossen, bezahlt und gekündigt.

  • Ambulant: Brillen, Komplementärmedizin, nicht kassenpflichtige Medikamente, Vorsorge, Behandlungen im Ausland.
  • Spital: allgemeine, halbprivate oder private Abteilung, mit oder ohne freie Spitalwahl.
  • Zahn: Behandlungen, Dentalhygiene und Zahnstellungskorrekturen bei Erwachsenen und Kindern.
  • Taggeld: Ersatz des Lohns bei Arbeitsunfähigkeit wegen Krankheit.
  • Kapital: Summe bei Invalidität oder Tod, von einzelnen Versicherern angeboten.
  • Unfall: Produkt einzelner Versicherer, dessen Inhalt von der Police abhängt.

Spitalzusatzversicherung: allgemeine, halbprivate oder private Abteilung

Die Spitalzusatzversicherung bringt mehr Komfort oder mehr Wahlfreiheit gegenüber der allgemeinen Abteilung. Laut Comparis deckt die Variante «allgemeine Abteilung ganze Schweiz» die Mehrkosten bei einem Aufenthalt ausserhalb des Wohnkantons, mit Ausnahmen: etwa ein Listenspital im Wohnkanton, ein Notfall oder fehlende Behandlungsmöglichkeiten im Wohnkanton.

In der halbprivaten Abteilung gibt es in der Regel ein Zweibettzimmer und einen Oberarzt, in der privaten Abteilung ein Einbettzimmer und meist den Chefarzt. Das sind Gepflogenheiten und keine Zusagen; Einzelheiten stehen in den Bedingungen der jeweiligen Versicherung.

Manche Anbieter führen Flex-Modelle, bei denen die Abteilung erst beim Spitaleintritt gewählt wird. Auch die AXA zeigt in ihrem Spitalangebot, dass man zwischen allgemeiner, halbprivater und privater Abteilung wählen kann. Welche Spitäler und Abteilungen genau eingeschlossen sind, ist im Vertrag nachzulesen.

Arten der Krankenzusatzversicherung nach versicherter Person

Neben dem Risiko unterscheidet man die Arten der Krankenzusatzversicherung nach der versicherten Person oder Gruppe. Die Einzelversicherung betrifft eine Person mit eigenem Gesundheitsfragebogen, eigener Prämie und eigenem Vertrag. Sie ist bei Erwachsenen die häufigste Form, wenn gezielt Lücken der Grundversicherung geschlossen werden sollen.

Familienlösungen fassen mehrere Haushaltsmitglieder bei derselben Versicherung zusammen. Sie erleichtern die Verwaltung und führen manchmal zu einem Rabatt, doch jedes Mitglied bleibt persönlich versichert, und jede Aufnahme wird einzeln beurteilt. Die AXA nennt 5 % Rabatt für zwei Personen und 10 % ab drei Personen, sofern mindestens eine Person volljährig und eine minderjährig ist.

Die Kollektivversicherung schliesslich wird von einem Unternehmen, einem Verband oder einer Gruppe für ihre Mitglieder abgeschlossen. Bedingungen, Prämie und die Möglichkeit, beim Austritt individuell weiterzuversichern, hängen vom Rahmenvertrag ab, den man vor einem Entscheid schriftlich anfordern sollte.

Krankentaggeld: eine Art Zusatzversicherung für den Lohnausfall

Das Krankentaggeld bezahlt keine Rechnung, sondern ersetzt einen Teil des Lohns, wenn Krankheit die Arbeit verunmöglicht. Wie Comparis festhält, ist es freiwillig. Der Arbeitgeber muss den Lohn während einer begrenzten Zeit weiterzahlen, gemäss Artikel 324a des Obligationenrechts und einer Skala, die mit den Dienstjahren wächst; im ersten Dienstjahr sind es drei Wochen, wie die Zurich Versicherung darstellt.

Danach springt eine vom Arbeitgeber abgeschlossene Kollektivversicherung ein, die üblicherweise 80 % des Lohns deckt, bei Bedarf auch mehr, mit einer Wartefrist, die je nach Vertrag bis zu 90 Tage betragen kann. Die Leistungsdauer liegt bei rund zwei Jahren: Comparis nennt 720 Tage innerhalb von 900 aufeinanderfolgenden Tagen, die Zurich spricht von 730 Tagen. Selbständige und Hausfrauen oder Hausmänner schliessen eine Einzelversicherung ab, die mit längerer Wartefrist günstiger wird.

Nach Ende eines Arbeitsverhältnisses ist laut Comparis ein Übertritt in die Einzelversicherung ohne neue Gesundheitsprüfung innerhalb von 30 Tagen möglich, sofern nichts anderes vereinbart ist. Diese Frist ist in den Bedingungen der betreffenden Kollektivversicherung zu überprüfen.

Verschiedene Zusatzversicherungen: Stufen, Höchstbeträge und Wartefristen vergleichen

Zwei Produkte mit demselben Kategoriennamen können fast nichts gemeinsam haben, denn verschiedene Zusatzversicherungen werden von jedem Versicherer anders ausgestaltet. Die verschiedenen Zusatzversicherungen unterscheiden sich auch durch ihre Stufen: Die CSS gliedert ihre ambulante Versicherung myFlex in Economy, Balance und Premium, die Sanitas ihre ambulante Versicherung Vital in Basic, Smart und Premium. Bei den Arten von Krankenzusatzversicherungen gilt: Je höher die Stufe, desto umfangreicher die Leistungen und desto höher die Prämie.

Die Höchstbeträge sind Leistung für Leistung zu lesen. Für ihre ambulante Versicherung COMPLETA nennt die Helsana beispielsweise 90 % der Kosten für Brillengläser und Kontaktlinsen bis 300 Franken pro Kalenderjahr sowie 75 % der ambulanten Komplementärmedizin. Diese Zahlen gelten für dieses Produkt; ein anderer Versicherer setzt andere Grenzen.

Auch Fristen zählen. Helsana und CSS sehen in ihren ambulanten Produkten je eine Wartefrist von 365 Tagen für Mutterschaftsleistungen vor. Werbeaussagen wie «ohne Limite» oder «ohne Wartefrist» verdienen deshalb einen genauen Blick in die Allgemeinen Bedingungen: tatsächliche Reichweite, Ausschlüsse und Vertragsdauer.

Aufnahme, Vorbehalt und Kündigung: Regeln für jede Art von Zusatzversicherung

Vor jedem Abschluss beurteilt die Versicherung das Risiko. Comparis weist darauf hin, dass Gesundheitsfragebogen verlangt werden und Anträge mit Vorbehalten angenommen oder ganz abgelehnt werden dürfen. Die Sanitas erklärt, dass Personen mit Vorerkrankungen unter Umständen mit einem individuellen Prämienzuschlag oder einem Vorbehalt aufgenommen werden; ein Wechsel in eine höhere Stufe verlangt eine neue Gesundheitsprüfung, ein Wechsel in eine tiefere nicht.

Für alle Arten von Zusatzversicherungen gilt: Die Mindestdauer beträgt oft ein Jahr, mit automatischer Verlängerung. Bei AXA und Helsana ist die Kündigung auf den 31. Dezember mit dreimonatiger Frist möglich; der Brief muss spätestens am letzten Werktag im September eintreffen. Bei einer Prämienerhöhung verkürzt sich die Frist auf einen Monat. Andere Policen, insbesondere mehrjährige, folgen anderen Regeln. Der Kanton Basel-Stadt nennt dieselbe Faustregel: drei Monate, in der Regel Ende September.

Für jeden Wechsel gilt der Grundsatz der Vorsicht: erst kündigen, wenn die neue Kasse ohne Vorbehalt zugesagt hat. Comparis ergänzt, dass die Kasse bei getrennter Grund- und Zusatzversicherung die Zusatzversicherung nicht kündigen darf, nur weil Sie die Grundversicherung wechseln; allerdings können Rabatte entfallen.

Prämien: wovon der Preis einer Zusatzversicherung abhängt

Einen einheitlichen öffentlichen Tarif gibt es nicht. Jeder Versicherer legt seine Prämien selbst fest, und nach Comparis dürfen sie nach Alter und Geschlecht abgestuft sein; auch der Wohnort beeinflusst den Preis. Eine Durchschnittsprämie lässt sich deshalb nicht seriös nennen: Wer sich einen Überblick über verschiedene Zusatzversicherungen verschaffen will, vergleicht Offerten; erst eine persönliche Offerte nach dem Gesundheitsfragebogen zeigt, was zu bezahlen ist.

Erhöhungen sind jedoch nicht beliebig möglich. Laut FINMA-Faktenblatt darf ein genehmigter Tarif grundsätzlich nur angehoben werden, wenn die Schadenkosten insgesamt steigen, nicht wegen einer Veränderung im Versichertenbestand. Bei nicht mehr verkauften Produkten haben Versicherte das Recht, in andere, für Neukunden offene Lösungen zu wechseln, was die Aufsicht kontrolliert.

Um Arten von Zusatzversicherungen fair zu vergleichen, müssen gleiche Deckungen, gleiche Jahreslimiten, gleiche Wartefristen und gleiche Kündigungsbedingungen nebeneinandergestellt werden. Eine tiefere Prämie bedeutet häufig eine weniger weitreichende Deckung, was an sich weder gut noch schlecht ist.

Seiten dieser Kategorie

Anbieter, Vergleichsdienste und Behörden zu den Arten von Zusatzversicherungen

comparis.ch

Comparis — Zusatzversicherung im Überblick

Vergleichsdienst mit Erklärungen zu ambulanten und Spitalzusatzversicherungen, Aufnahmeregeln, Gesundheitsfragebogen, Vorbehalten, Kündigung und Wechsel der Zusatzversicherung.

axa.ch

AXA — Krankenzusatzversicherung

Angebot eines Privatversicherers mit Kategorien wie ambulant, Spital, Zahn und Kapital, Familienrabatt, Mindestlaufzeit und Kündigungsregeln, wie auf der Produktseite beschrieben.

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