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Nach Lebenssituation

Zusatzversicherung junge Erwachsene in der Schweiz: Nutzen und Preis abwägen

Mit Anfang zwanzig stellt sich bei einer Zusatzversicherung junge Erwachsene weniger die Frage der Notwendigkeit als jene des Gegenwerts: Was bringt eine Deckung für den Preis? Zwischen der Altersgruppe der Grundversicherung, frei festgelegten Prämien und bindenden Verträgen helfen einige Anhaltspunkte, kein Geld ohne Gegenleistung auszugeben.

Von N. Frik · Angaben geprüft am 28. Oktober 2026

Zwei junge Erwachsene besprechen mit einer Beraterin an einer Hochschule ein Dokument.

Zusatzversicherung junge Erwachsene: Wofür sie mit 19, 22 oder 25 gut ist

Lehrbeginn, Studium, erste Stelle oder der Auszug von zu Hause verändern den Umgang mit Versicherungen. Die Grundversicherung nach KVG bleibt das Fundament mit einheitlichem Leistungskatalog. Zusatzversicherungen unterstehen dem VVG: Sie sind freiwillig, lassen sich baukastenartig wählen, und der Versicherer legt den Preis selbst fest.

In diesem Alter fallen Kosten meist punktuell an: Impfungen, Brille, Sport, Komplementärmedizin, Reisen. Eine Zusatzversicherung junge Erwachsene kann einen Teil davon abdecken, aber nur im Rahmen des Vertrags. Wer eine Zusatzversicherung junge Erwachsene sucht, sollte nicht mit dem Produkt, sondern mit dem eigenen Bedarf beginnen. Sinnvoll ist ein Blick zurück auf die tatsächlichen Ausgaben des letzten Jahres und dann der Abgleich mit den angebotenen Leistungen.

Zuvor ist zu klären, welche Verträge noch an die Familiensituation gebunden sind und was jeder für eine Person vorsieht, die selbstständig wird. Die Antworten stehen in den Vertragsbedingungen oder beim Versicherer, nicht in einer allgemeingültigen Regel.

Altersgruppe 19 bis 25: Was sie in der Grundversicherung ändert und was nicht

In der Grundversicherung unterscheidet Priminfo Kinder bis zum vollendeten 18. Altersjahr, die in der ordentlichen Versicherung keine Franchise zahlen, junge Erwachsene von 19 bis 25 Jahren und Erwachsene. Die Versicherer dürfen jungen Erwachsenen eigene Franchisen anbieten, müssen es aber nicht.

Die Altersgruppe 19 bis 25 betrifft damit die obligatorische Versicherung. Auf Zusatzverträge überträgt sie sich nicht automatisch: Jeder Versicherer legt dort Altersklassen, Rabatte und Aufnahmebedingungen selbst fest. Wer bei der Grundprämie profitiert, darf nicht schliessen, dass seine Zusatzversicherung nach demselben Muster rechnet.

Pro Senectute weist darauf hin, dass sich die Prämien einer Zusatzversicherung nach dem individuellen Krankheitsrisiko richten und auch von den gewählten Leistungen und persönlichen Merkmalen wie Geschlecht, Alter und Lebensstil abhängen. Eine Aufnahmepflicht besteht für die Anbieter nicht.

Prämien für junge Erwachsene: Was Vergleiche zeigen

Einen Einheitspreis gibt es nicht. In seinem Vergleich vom September 2024 weist Moneyland für die ambulante Zusatzversicherung Monatsprämien zwischen 20 Franken für Kinder bis 18 Jahre und 44 Franken für Erwachsene über 55 Jahre aus. Es handelt sich um Spannen aus diesem Vergleich, nicht um zugesicherte Preise.

Bei der Spitalzusatzversicherung steigen die Prämien laut Moneyland in der Regel alle fünf Jahre mit dem Alter, und die Flex-Angebote liegen im Durchschnitt zwischen 45 und 138 Franken pro Monat, je nach Alter. Auch der Wohnort spielt eine Rolle: ambulant bis zu 10 Franken Unterschied pro Monat, bei manchen Spitalangeboten fast 40 Prozent.

Die Prämien für junge Erwachsene hängen damit von Alter, Wohnort, Produkt und bei einzelnen Versicherern von Geschlecht und Rauchverhalten ab. Eine verbindliche Zahl liefert nur eine persönliche Offerte. Beim Rauchverhalten geht es nicht um Kleinigkeiten: Laut Moneyland können Raucher in der Spitalzusatzversicherung bei einzelnen Versicherern über 70 Franken mehr zahlen, je nach Alter und Modell. Ein im Internet gefundener Tarif bleibt ein Richtwert und gehört schriftlich bestätigt.

Zusatzversicherung für Junge: Beispiele ambulanter Produkte

Um zwei Logiken zu vergleichen, lohnt der Blick auf reale Angebote. KPT bietet die ambulante Zusatzversicherung Pulse in drei Stufen an, Eco, Top und Premium; die Monatsprämie hängt von Alter, Wohnort und Geschlecht ab. Bei Fitness und Sport sind je nach Stufe bis zu 50, 200 oder 600 Franken pro Kalenderjahr versichert.

Atupri beschreibt die Zusatzversicherung Basic als bis zum 70. Lebensjahr abschliessbar: allgemeine Abteilung im Spital zu 100 Prozent im In- und Ausland, Impfungen und Nichtpflichtmedikamente zu 90 Prozent, Sport und Fitness zu 75 Prozent bis 200 Franken pro Jahr, Gesundheitschecks zu 90 Prozent bis 200 Franken jährlich. Zur Franchise und zu einem Tarif speziell für Junge äussert sich die Seite nicht.

Die Beispiele zeigen: Eine Zusatzversicherung für Junge, die auf dem Papier günstig wirkt, beurteilt man an den tatsächlich genutzten Leistungen, nicht am Produktnamen. Die Beträge unterscheiden sich je nach Versicherer und Variante; Einzelheiten stehen in den Vertragsunterlagen.

Franchise der Grundversicherung und Kosten der Zusatzversicherung: zwei verschiedene Sparhebel

Die ordentliche Franchise der Grundversicherung beträgt für Erwachsene 300 Franken. Wahlfranchisen reichen von 500 bis 2500 Franken, für Kinder von 100 bis 600 Franken, wie Priminfo schreibt; die Kassen müssen nicht alle Stufen anbieten. Eine höhere Franchise senkt die Grundprämie, erhöht aber den Betrag, den man im Krankheitsfall selbst trägt.

Diese Ersparnis betrifft nur die obligatorische Versicherung. Auf die Zusatzprämie wirkt sie nicht automatisch, denn dort gelten andere Faktoren. Die Kosten der Zusatzversicherung sollten daher getrennt beurteilt werden, statt das eine mit dem anderen zu verrechnen.

Dasselbe gilt für alternative Modelle der Grundversicherung wie Hausarzt oder telemedizinische Erstberatung und für die Bonusversicherung, die Priminfo beschreibt. Sie wirken auf die Pflichtprämie, nicht auf eine Zusatzversicherung junge Erwachsene. Bei der Bonusversicherung ist die Anfangsprämie laut Priminfo um 10 Prozent höher als die ordentliche Prämie und kann über fünf Jahre um bis zu 55 Prozent sinken; ob das zum eigenen Fall passt, ist eine separate Überlegung.

Prämienverbilligung und Budget: Anspruch prüfen, bevor man Leistungen ergänzt

Für junge Menschen mit knappem Budget ist die Prämienverbilligung ein eigener Hebel. Laut Priminfo setzt sie Wohnsitz in der Schweiz, eine bezahlte Grundversicherung und ein bescheidenes Einkommen voraus; der Kanton überweist den grösseren Teil der Prämie direkt an die Kasse, und die Regeln unterscheiden sich von Kanton zu Kanton.

Diese Hilfe gilt der Grundversicherung. Die Kosten der Zusatzversicherung trägt die versicherte Person selbst, die Prämie kommt zum Monatsbudget hinzu. Bevor eine weitere Deckung dazukommt, lohnt sich die Prüfung des Anspruchs beim Wohnkanton.

Dreijahresvertrag, Mindestdauer und Kündigung: Klauseln, die binden

Manche Verträge bieten einen Rabatt gegen längere Bindung. Bei KPT spart man mit einem Dreijahresvertrag 6.7 Prozent Prämie, bei allen drei Pulse-Produkten. Bei Atupri beträgt die Mindestdauer von Basic ein Jahr; danach kann der Vertrag auf Monatsende mit dreimonatiger Frist gekündigt werden, wobei die Produktbeschreibung und die FAQ nicht ganz deckungsgleich formuliert sind.

Die FINMA erinnert zudem daran, dass nach drei Jahren schriftlich auf das Ende des Versicherungsjahres gekündigt werden kann, mit drei Monaten Frist, unabhängig von der ursprünglich vereinbarten Dauer. Sie rät, erst nach der Bestätigung des neuen Versicherers zu kündigen.

Schliesslich zählt der Gesundheitszustand beim Antrag: Pro Senectute rät, rechtzeitig abzuschliessen, weil die Kosten bereits laufender Behandlungen in der Regel nicht vergütet werden. Wer gesund ist und Angebote vergleicht, kann deshalb gezielte Fragen stellen. Das gilt auch dann, wenn die Zusatzversicherung junge Erwachsene zunächst nur als kleine Ergänzung gedacht ist.

  • Welche Mindestdauer gilt, und welche Kündigungsfrist ist einzuhalten?
  • Gibt es einen Rabatt für mehrjährige Verträge, und unter welchen Bedingungen?
  • Wird ein Gesundheitsfragebogen verlangt, und welche Vorbehalte sind möglich?
  • Wie entwickelt sich die Prämie beim Wechsel der Altersklasse?
  • Welche Leistungen habe ich im letzten Jahr tatsächlich genutzt, und welche sind gedeckt?

Zum Vergleichen: Grundversicherung und ambulante Zusatzversicherungen

kpt.ch

KPT: ambulante Zusatzversicherung Pulse

Vorstellung der ambulanten Zusatzversicherung Pulse in drei Stufen mit Leistungen für Vorsorge, Sport, Impfungen und Komplementärmedizin sowie Rabatt beim Dreijahresvertrag.

atupri.ch

Atupri: Zusatzversicherung Basic

Produktseite eines Versicherers zur Zusatzversicherung Basic: Leistungen, Jahreslimiten, Mindestvertragsdauer, Kündigung und Höchstalter beim Abschluss.

Externe Websites, unabhängig von Suissemutuelle.com: Prüfen Sie Angaben und Bedingungen immer bei der jeweiligen Organisation.

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