Kinder Zusatzversicherung: was die Grundversicherung offen lässt
Die Grundversicherung nach KVG ist für Kinder obligatorisch. Laut ch.ch haben Eltern nach der Geburt drei Monate Zeit, das Neugeborene anzumelden, und Eltern und Kinder müssen nicht bei derselben Krankenkasse versichert sein. Die Leistungen der Grundversicherung sind gesetzlich festgelegt und bei allen Kassen gleich; eine Krankenzusatzversicherung für Kinder ergänzt sie nur freiwillig.
Alles, was dieser Katalog nicht enthält, kann nur ein freiwilliger Vertrag abdecken. Die Kinder Zusatzversicherung untersteht dem VVG und wird von der FINMA beaufsichtigt. Jede Kasse bestimmt ihre Leistungen, Höchstbeträge und Prämien selbst, und sie darf Anträge ablehnen oder mit Vorbehalten versehen. Wer mehrere Kinder hat, kann deshalb für jedes einzeln entscheiden, welche Zusatzdeckung nötig ist.
Die Kostenbeteiligung ist bei Kindern bescheiden. Nach ch.ch liegt die Franchise für Kinder zwischen 0 und 600 Franken, der Selbstbehalt von 10 Prozent ist auf 350 Franken pro Jahr begrenzt (Erwachsene: 700 Franken), und der Spitalbeitrag von 15 Franken pro Tag entfällt. Die gewöhnlichen Behandlungskosten bleiben also überschaubar. Gründe für eine Zusatzversicherung für Kinder sind vor allem Zahnbehandlungen, Sehhilfen und Leistungen, die das Gesetz gar nicht vorsieht.
Das Kind vor der Geburt anmelden: Gesundheitsfragen und Fristen
Bei Zusatzversicherungen darf die Kasse Anträge ablehnen, Vorbehalte anbringen oder einen Gesundheitsfragebogen verlangen. Deshalb ist der Zeitpunkt der Anmeldung wichtig. Laut AXA verzichtet die Kasse auf eine Gesundheitsprüfung, wenn der Antrag vor der Geburt eingeht. Nach der Geburt braucht es dagegen einen Fragebogen, und die Kasse kann das Kind ablehnen oder Vorbehalte und Ausschlüsse festlegen.
Die Regeln unterscheiden sich je nach Anbieter. AXA weist darauf hin, dass einzelne Kassen verlangen, dass mindestens ein Elternteil bei ihnen grund- und zusatzversichert ist. Sympany schreibt in ihrer Broschüre zu Schwangerschaft und Baby, dass verschiedene Zusatzversicherungen bis drei Monate nach der Geburt ohne Risikoprüfung garantiert sind. Für höhere Deckungen ist ein Gesundheitsfragebogen nötig, den man aber schon vor der Geburt einreichen kann.
Wer für ein Kind eine Zusatzversicherung abschliessen will, fragt die Kasse am besten schriftlich: Bis wann gilt die Aufnahme ohne Gesundheitsfragen, für welche Modelle und unter welcher Bedingung an die Eltern? Die Antwort gilt nur für das geprüfte Angebot.
Zahnzusatzversicherung Kinder und Zahnspange: der grösste Kostenblock
Die Grundversicherung übernimmt Zahnbehandlungen nur in Ausnahmefällen, etwa nach einem Unfall, und keine Kieferorthopädie. Dies hält Groupe Mutuel auf seiner Familienseite fest. Kontrollen, Karies und Zahnspangen zahlen die Eltern daher selbst, sofern kein Zahnvertrag besteht.
AXA nennt in einem Beitrag von 2021 Grössenordnungen: Fast die Hälfte der Kinder in der Schweiz brauche eine kieferorthopädische Behandlung, bei leichter Fehlstellung koste sie rund 3000 Franken, bei schweren Fällen mindestens 15 000 Franken. Das Modell Gesundheit COMPLET wird mit höchstens 12 000 Franken pro Jahr bis zum Alter von 21 Jahren beschrieben. Das sind Beispiele einer Kasse aus einem bestimmten Jahr und müssen mit dem aktuellen Angebot abgeglichen werden.
Entscheidend ist das Alter beim Antrag. AXA empfiehlt, früh abzuschliessen: Später kann die Kasse ein zahnärztliches Zeugnis verlangen und die Kieferorthopädie ausschliessen, wenn eine Fehlstellung schon erkennbar ist. Groupe Mutuel hebt hervor, dass bis zum Alter von 6 Jahren keine Zahnfragen gestellt werden. Bei einer Zahnzusatzversicherung Kinder sind deshalb Wartefristen, Kostenanteil (manche Verträge zahlen nur 75 Prozent) und die Liste der versicherten Behandlungen zu prüfen.
Was eine Zusatzversicherung Zahnspange Kind begrenzen kann
Verträge sehen oft eine Wartezeit vor der ersten Leistung, einen Jahres- oder Gesamthöchstbetrag und eine Altersgrenze für das Behandlungsende vor. Bei der Zusatzversicherung Zahnspange Kind kann eine vor Vertragsbeginn begonnene Behandlung ausgeschlossen sein. Massgebend sind die allgemeinen Versicherungsbedingungen, nicht der Prospekt.
Brille, Komplementärmedizin und Sport: Leistungen mit Jahreslimite
Für die Sehhilfe nennt Groupe Mutuel einen Beitrag der Grundversicherung von 180 Franken pro Jahr unter bestimmten Bedingungen. Einzelne Zusatzversicherungen ergänzen diesen Betrag. Teurere Gläser oder Fassungen und Kontaktlinsen fallen daher oft in den freiwilligen Bereich.
Alternative Therapien wie Osteopathie oder Homöopathie werden meist prozentual erstattet und bis zu einem Jahresbetrag begrenzt. AXA nennt für Gesundheit COMPLET 75 Prozent bis 3000 Franken pro Jahr, und für Vereinsbeiträge oder Schwimmbadabos 75 Prozent bis 400 Franken mit Gesundheit ACTIF. Bei anderen Kassen gelten andere Zahlen, andere anerkannte Therapeuten und andere Methodenlisten.
Vor dem Einschluss solcher Bausteine in eine Kinder Zusatzversicherung gilt: Wer nie einen Therapeuten aufsucht, braucht diese Option kaum.
Spitalzusatz, Rettung und Ausland: was für Kinder zählt
Nach AXA kann ein Krankenwagentransport rund 1500 Franken kosten, während die Grundversicherung höchstens 500 Franken übernimmt. Dieselbe Quelle beschreibt eine Rettungsdeckung mit bis zu 50 000 Franken pro Jahr. Eine Spitalzusatzversicherung betrifft dagegen die halbprivate oder private Abteilung, die freie Spitalwahl und die Behandlung ausserhalb des Wohnkantons.
Im Ausland zahlt die Grundversicherung laut AXA in EU und EFTA für Notfälle den lokalen Tarif, anderswo höchstens das Doppelte des Tarifs im Wohnkanton. Zusatzversicherungen decken oft mehr, teils ohne Limite. Reist die Familie ausserhalb Europas, zählen Erstattungshöhe und Assistance, nicht der Modellname.
Bei einem gesunden Kind steht der Spitalzusatz selten an erster Stelle. Er wird relevant, wenn die Eltern ein Zweibettzimmer, ein Familienzimmer oder ein bestimmtes Spital wünschen.
Zusatzversicherung für Babys: Geschenke, Familienrabatte und Prämie
Bei einer Zusatzversicherung für Babys gibt es Aktionen der Kassen. AXA schenkt den ersten Lebensmonat der Zusatzversicherung und gewährt einen Familienrabatt von 10 Prozent ab drei Personen im Haushalt. Sympany verschenkt die Zusatzprämie des Geburtsmonats. Groupe Mutuel bietet im ersten Lebensjahr Dentaire plus niveau 2 kostenlos an, bei Abschluss vor der Geburt, und 25 Prozent Rabatt auf die Grundversicherungsprämie aller Kinder ab drei versicherten Kindern.
Solche Vorteile sind an Bedingungen geknüpft, etwa an die Versicherung eines Elternteils oder das Abschlussdatum, und sie laufen aus. Entscheidend bleibt die Prämie nach Ablauf der Gratisphase.
Die Grundversicherungsprämie eines Minderjährigen beträgt laut AXA grob 20 bis 25 Prozent derjenigen eines Erwachsenen; Eine Zusatzversicherung für Babys und Kinder ist demnach deutlich günstiger als für Erwachsene. Verlässliche Durchschnittsprämien für Zusatzversicherungen gibt es nicht, weil jede Kasse ihre Tarife frei festlegt. Verlangen Sie für die Krankenzusatzversicherung für Kinder eine konkrete Offerte für Alter und Modell.
Laufzeit, Kündigung und Wechsel der Kasse bei der Kinder Zusatzversicherung
Laut AXA beträgt die Mindestlaufzeit einer Zusatzversicherung üblicherweise ein Jahr, bei einer Kündigungsfrist von drei Monaten. Ein rund um die Geburt rasch abgeschlossener Vertrag lässt sich also nach einem Jahr neu beurteilen, wenn die Frist eingehalten wird. Das genaue Datum steht in der Police.
Wer die Kasse wechselt, stellt in der Zusatzversicherung einen neuen Antrag, und die neue Kasse kann erneut Gesundheitsfragen stellen. Ein Kind, das heute ohne Vorbehalt aufgenommen wird, könnte später anders beurteilt werden, besonders bei den Zähnen. Eine Zahnzusatzversicherung Kinder mitten in der kieferorthopädischen Behandlung zu kündigen, sollte deshalb vorher geklärt werden.
Mit den Jahren ändern sich die Bedürfnisse: Brille im Schulalter, Zahnspange in der Pubertät, mit der Volljährigkeit der Übergang zu den Erwachsenenbedingungen. Altersgrenzen, Prämienstufen nach Alter und Übertrittsrechte stehen in den Bedingungen der jeweiligen Kasse.
Angebote der Kinder Zusatzversicherung vergleichen: eine Checkliste
Ein sinnvoller Vergleich der Kinder Zusatzversicherung beginnt bei den Bedürfnissen, nicht bei den Preisen. Halten Sie zuerst fest, was die Familie bereits ausgibt: Zahnarzt, Optiker, Therapeut, Sport. Vergleichen Sie danach pro Angebot Leistung, Höchstbetrag, Wartefrist und Altersgrenze.
Stellen Sie jeder Kasse dieselben Fragen:
- Bis wann wird das Kind ohne Gesundheitsfragebogen aufgenommen?
- Welcher Jahreshöchstbetrag gilt für die Kieferorthopädie, und bis zu welchem Alter?
- Gibt es eine Wartefrist vor den ersten Zahnleistungen?
- Muss ein Elternteil bei derselben Kasse versichert sein, damit der Rabatt gilt?
- Wie lang sind Mindestlaufzeit und Kündigungsfrist?
