Krankenversicherung für Grenzgänger in der SchweizSeitenverzeichnis

Vertrag, Kündigung und Rechte

Krankenzusatzversicherung wechseln, ohne Deckungslücke zu riskieren

Wer die Krankenzusatzversicherung wechseln will, vergleicht meist zuerst Prämien. Wichtiger ist die Frage, ob die neue Kasse einen überhaupt aufnimmt und zu welchen Bedingungen, denn bei Zusatzversicherungen nach VVG gibt es keine Aufnahmepflicht. Der Ablauf zeigt, in welcher Reihenfolge Sie vorgehen, welche Fristen gelten und wo Vorbehalte und Karenzfristen lauern.

Von N. Frik · Angaben geprüft am 28. Oktober 2026

Eine Frau prüft Dokumente an einem Tisch mit Notizbuch, Stift und Taschenrechner.

Krankenzusatzversicherung wechseln: Die Aufnahme entscheidet, nicht der Preis

In der Grundversicherung muss jede Kasse alle aufnehmen. Bei der Zusatzversicherung gilt das nicht: Moneyland betont, dass es keinen gesetzlichen Anspruch auf eine freiwillige Zusatzversicherung gibt. Geprüft werden Alter, Gesundheitszustand, familiäre Vorbelastung wie Krebs oder Erbkrankheiten, Wohnsitz in der Schweiz und Zahlungsfähigkeit. Bei schweren gesundheitlichen Problemen oder höherem Alter, je nach Kasse ab etwa 40 bis 60 Jahren, ist eine Aufnahme laut Moneyland sehr unwahrscheinlich.

Atupri schreibt, viele Versicherer nähmen bis 60 Jahre auf, einzelne bis 70. Die Stiftung für Konsumentenschutz stellt fest, dass Anträge häufig bei Personen über 50 oder nach bestimmten Krankheiten abgelehnt werden. Ist die Ausgangslage heikel, kann der Verbleib im bestehenden Vertrag die bessere Wahl sein.

Wer die Krankenzusatzversicherung wechseln will, sollte die Aufnahmechancen deshalb vor allem anderen abschätzen. Ein abgelehnter Antrag lässt Sie mit dem alten Vertrag zurück, falls dieser noch nicht gekündigt ist; wurde bereits gekündigt, bleibt schlimmstenfalls gar keine Zusatzdeckung. Die Prämie ist erst danach ein Thema.

Wechsel der Zusatzversicherung: Zeitplan von Juni bis Dezember

Wer auf den 1. Januar wechseln möchte, braucht einen Zeitplan, der im Sommer beginnt. Atupri nennt sechs Schritte: Kündigungsfrist der laufenden Police prüfen, Leistungen und Prämien vergleichen, Aufnahmeantrag stellen, Gesundheitsprüfung ausfüllen, Bestätigung abwarten und erst danach kündigen. Die ÖKK verlangt eine schriftliche Zusage ohne Vorbehalt für die gewünschte Zusatzversicherung, bevor die alte gekündigt wird.

Die Gesundheitsprüfung dauert laut Atupri zwischen einem Tag und drei Wochen. Wer im September erst den Antrag stellt, hat kaum noch Spielraum. Beim Wechsel der Zusatzversicherung lohnt es sich deshalb, den Antrag im Juli oder August einzureichen.

Die ÖKK hält fest, dass zu jedem Antrag eine Gesundheitsdeklaration gehört. Auf dieser Grundlage beurteilt die Kasse das Risiko, kann die Aufnahme ablehnen oder für eine bestehende Krankheit einen Vorbehalt anbringen; die Police wird erst nach dem Aufnahmeentscheid ausgestellt. Wer die Krankenzusatzversicherung wechseln will, wartet diesen Entscheid unbedingt ab.

Alte Police und neues Angebot Punkt für Punkt vergleichen

Eine tiefere Prämie kann tiefere Limiten bedeuten. Moneyland rät, die Höchstbeträge pro Leistung zu prüfen: Vorsorgeuntersuchungen sind demnach häufig auf 500 Franken pro Jahr begrenzt. Ebenso zählen Franchise und Selbstbehalt der Zusatzversicherung, der Kundendienst, Bonusprogramme und Zahlungsarten.

Klären Sie zuerst, was Sie wirklich absichern wollen. Moneyland nennt Unfälle (ein Ausschluss kommt in Frage, wenn die Unfallversicherung des Arbeitgebers sie bereits abdeckt), das Spitalzimmer, Zahnbehandlungen, Medikamente, Brillen, Komplementärmedizin, Impfungen, Psychotherapie oder Fitness. Je umfassender das Angebot, desto höher die Prämie.

Zu berücksichtigen ist auch die Prämienentwicklung: Laut Moneyland steigen die Prämien mit dem Alter, in der Regel alle fünf Jahre. Wer nur das erste Jahr vergleicht, sieht nur einen Ausschnitt. Moneyland empfiehlt, den Beginn der neuen Versicherung auf das Ende der alten zu legen, damit keine Doppeldeckung entsteht.

Vorbehalte und Karenzfristen der neuen Zusatzversicherung

Besonders wichtig sind bestehende Krankheiten. Nach den Allgemeinen Versicherungsbedingungen von Sympany (Ausgabe 2022) kann die Kasse bei Vertragsabschluss einen Vorbehalt für vorhandene Krankheiten anbringen. Er wird per Einschreiben unter Nennung der betroffenen Krankheit mitgeteilt, kann befristet oder unbefristet sein, und die versicherte Person darf auf eigene Kosten nachweisen, dass er nicht mehr gerechtfertigt ist. Er kann auch frühere, rückfallgefährdete Beschwerden erfassen.

Auch Karenzfristen beginnen neu. Visana nennt in ihrem Antrag für die Zahnpflegeversicherung nach VVG einen Leistungsanspruch erst nach Ablauf der Karenzfrist von mindestens sechs Monaten. Die Konsumentenschutz-Stiftung erwähnt sechs Monate als Beispiel bei Zahnversicherungen, in denen geplante Behandlungen nicht vergütet werden. Fragen Sie vor der Unterschrift schriftlich nach Vorbehalten und Wartefristen.

Krankenkasse für die Zusatzversicherung wechseln: Frist und Eingang

Artikel 35a VVG erlaubt die ordentliche Kündigung auf das Ende des dritten oder jedes folgenden Jahres mit drei Monaten Frist; vertraglich kann ein früherer Austritt vereinbart werden. Wer den Zusatzversicherer wechseln will und den Vertrag Ende Dezember beenden möchte, nennen Atupri und die ÖKK den letzten Arbeitstag im September als Stichtag. Es zählt allein der Eingang bei der Kasse, nicht der Poststempel.

Wer die Krankenkasse für die Zusatzversicherung wechseln möchte, sollte den Brief eingeschrieben und rechtzeitig senden. Die ÖKK nimmt Kündigungen schriftlich oder in digitaler Textform an und bietet an, die Kündigung mit einem vorgedruckten Formular zu übernehmen, das spätestens zwei Wochen vor Fristablauf vorliegen muss.

Grund- und Zusatzversicherung bei verschiedenen Kassen

Wer die Krankenzusatzversicherung wechseln will, muss die Grundversicherung nicht mitnehmen: Beide Verträge müssen nicht bei derselben Kasse liegen. Atupri weist darauf hin, dass die Grundversicherung unabhängig gewechselt werden kann und die Zusatzversicherungen weiterlaufen, wenn nur die Grundversicherung gekündigt wird. Die Stiftung für Konsumentenschutz hält fest, dass verschiedene Versicherer finanziell vorteilhaft sein können, aber mehr Aufwand bedeuten; manche Anbieter gewähren Rabatte, wenn beide Verträge bei ihnen liegen.

Prüfen Sie daher vor einem Wechsel der Grundversicherung, ob in Ihrer Police ein solcher Rabatt oder eine vertragliche Verbindung besteht. Die Bedingungen der jeweiligen Kasse bleiben massgebend.

Auch die Eigenheiten einzelner Anbieter spielen eine Rolle. Moneyland führt als Beispiel Swica an, wo die Kostenbeteiligung der Grundversicherung auf die Franchise der Zusatzversicherung angerechnet wird, sofern beide Verträge dort liegen. Ein solcher Vorteil entfällt, sobald die Zusatzversicherung zu einer anderen Kasse zieht, und gehört darum in die Rechnung.

Günstigeres Modell derselben Kasse statt Neuabschluss

Nicht jeder Wechsel verlangt eine neue Kasse. Atupri verweist darauf, dass der Umstieg auf ein günstigeres Modell derselben Kasse ohne Gesundheitsprüfung möglich ist und die Prämie senken kann, ohne dass die Deckung wegfällt. Welche Modelle es gibt und mit welchen Limiten, hängt vom Produkt ab.

Den Zusatzversicherer wechseln muss man dafür nicht. Diese Variante vermeidet das Risiko einer Ablehnung oder eines Vorbehalts. Sie lohnt sich vor allem, wenn Alter oder Vorgeschichte die Aufnahme bei einer anderen Kasse unsicher machen, und wenn Sie eine neue Zusatzversicherung abschliessen müssten, nur um Prämie zu sparen.

Alte Verträge abschliessen: Ausstände, Bedenkzeit und Bestätigung

Offene Prämien und Rechnungen sollten bezahlt sein, bevor gekündigt wird. Atupri erklärt, dass nach einer Mahnung mit 14 Tagen Frist die Deckung ruhen und der Vertrag gekündigt werden kann. Laut Atupri verlangen auch andere Versicherer einen ausgeglichenen Stand, bevor sie eine Kündigung bearbeiten.

Wer eine neue Zusatzversicherung abschliessen will, kennt laut Konsumentenschutz meist eine Bedenkzeit von 14 Tagen nach der Unterzeichnung. Wer die Krankenzusatzversicherung wechseln konnte, bewahrt nach dem Versand der Kündigung die Belege auf und verlangen Sie, wie Moneyland empfiehlt, eine schriftliche Bestätigung des Vertragsendes. Die erste Abrechnung der neuen Kasse zeigt, ob die zugesagten Leistungen tatsächlich so vergütet werden.

Heben Sie ausserdem die Police, die Bedingungen und die schriftliche Aufnahmebestätigung der neuen Krankenzusatzversicherung gut auf. Entsteht später Streit über einen Vorbehalt oder eine Wartefrist, belegen genau diese Unterlagen, was bei Vertragsbeginn zugesagt wurde.

Ratgeber für den Wechsel der Zusatzversicherung

Externe Websites, unabhängig von Suissemutuelle.com: Prüfen Sie Angaben und Bedingungen immer bei der jeweiligen Organisation.

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