Gesundheitsfragebogen Zusatzversicherung: Wozu die Kasse ihn braucht
Zusatzversicherungen sind freiwillig, und der Antrag enthält in aller Regel Gesundheitsfragen. Comparis betont, dass die Antworten ausschlaggebend sind: Jedes Gesuch wird einzeln geprüft, und die Kasse darf einen Antrag ohne Begründung ablehnen. Das unterscheidet die Zusatzversicherung grundlegend von der Grundversicherung, in der jede Kasse alle aufnehmen muss.
Das Gesetz regelt die Form. Nach Artikel 4 VVG erfolgen Befragung und Mitteilung schriftlich oder in einer anderen Form, die den Nachweis durch Text ermöglicht; Tatsachen, nach denen die Kasse klar und eindeutig fragt, gelten als erheblich. Ihre Antworten bleiben deshalb in den Akten und können noch Jahre später, etwa bei einem Leistungsgesuch, nachgelesen werden.
Wie streng geprüft wird, hängt vom Profil ab. Die Stiftung für Konsumentenschutz stellt fest, dass Kassen Anträge häufig bei Personen über 50 oder nach bestimmten Krankheiten ablehnen und dass die Prämien mit Alter oder gesundheitlichen Problemen steigen können. Wer den Gesundheitsfragebogen Zusatzversicherung ausfüllt, sollte also wissen, dass schon harmlos wirkende frühere Beschwerden ins Gewicht fallen können.
Gesundheitsfragen Zusatzversicherung: Typische Inhalte
Laut Comparis erfasst der Fragebogen Alter, Adresse, Geschlecht, Grösse und Gewicht, den Konsum von Tabak, Alkohol oder Drogen auch in der Vergangenheit, abgeschlossene Behandlungen und Diagnosen samt Zeitraum und behandelndem Arzt, frühere und aktuelle Erkrankungen mit Therapie, geplante Behandlungen wie Operationen sowie frühere Versicherungen und allfällige Ablehnungen durch andere Kassen.
Je nach Produkt sieht das anders aus. Der Antrag der Visana für die Zahnpflegeversicherung nach VVG fragt unter anderem nach Invalidität oder Geburtsgebrechen, laufenden oder geplanten Zahnbehandlungen und dem Datum der letzten Kontrolle; liegt sie länger als ein Jahr zurück, ist eine neue Untersuchung nötig. Der zahnärztliche Teil enthält den Hinweis, alle Fragen ohne Ausnahme zu beantworten.
Bei der ÖKK gehört eine Gesundheitsdeklaration zu jedem Antrag für eine Zusatzversicherung. Die Kasse beurteilt das Risiko anhand dieser Angaben, kann die Aufnahme ablehnen oder einen Vorbehalt für eine bestehende Krankheit anbringen und stellt die Police erst nach dem Aufnahmeentscheid aus. Bei den Gesundheitsfragen Zusatzversicherung zählt also nicht nur, was angekreuzt wird, sondern auch, was ergänzend erklärt wird.
Gesundheitsfragebogen ausfüllen: So gehen Sie vor
Wer den Gesundheitsfragebogen ausfüllen will, legt zuerst die Unterlagen bereit. Comparis rät, nichts wegzulassen und bei Zweifeln die Hausärztin oder den Hausarzt zu fragen. Die Stiftung für Konsumentenschutz formuliert es so: Beantworten Sie alle Fragen ehrlich und vollständig; sie warnt zudem davor, ein leeres oder unvollständiges Formular zu unterschreiben.
- Daten, Diagnosen und Namen der behandelnden Ärzte aus den letzten Jahren zusammentragen
- Den erfragten Zeitraum jeder Frage genau lesen
- Bei Unsicherheit die Hausärztin oder den Hausarzt um Rat bitten
- Jede Frage selbst beantworten und keine Zeile offen lassen
- Eine Kopie des abgesendeten Formulars samt Beilagen aufbewahren
Falsche Angaben im Gesundheitsfragebogen Zusatzversicherung: die Folgen
Beantwortet die anzeigepflichtige Person eine Frage unrichtig oder verschweigt sie eine erhebliche Tatsache, die sie kannte oder kennen musste, kann die Kasse nach Artikel 6 VVG den Vertrag schriftlich kündigen. Dieses Recht erlischt vier Wochen, nachdem sie von der Verletzung Kenntnis erhalten hat. Der Visana-Antrag nennt als mögliche Folgen unvollständiger oder falscher Angaben die Verweigerung von Leistungen, Vorbehalte oder die Kündigung des Vertrags.
Auch die Allgemeinen Versicherungsbedingungen von Sympany (Ausgabe 2022) halten fest, dass die Kasse bei falschen Angaben, Betrug oder Versicherungsbetrugsversuch aus dem Vertrag aussteigen kann, und verpflichten Antragstellende, alle für den Abschluss nötigen Auskünfte zu geben. Die Gesundheitsprüfung Zusatzversicherung ist daher keine Formalität; sie legt fest, auf welcher Grundlage der Vertrag später beurteilt wird.
Wer füllt aus? Vermittler, Unterschrift und Wahrheitspflicht
Comparis rät davon ab, das Formular von einer Vermittlerin ausfüllen zu lassen, da diese beim Abschluss eine Provision erhält. Die Stiftung für Konsumentenschutz berichtet, dass manche Makler Antworten abschwächen lassen, was später zur Verweigerung von Leistungen führen kann. Die Unterschrift bindet die versicherte Person, nicht den Berater.
Im Visana-Antrag bestätigt die zu versichernde Person mit ihrer Unterschrift, dass ihre Angaben vollständig, richtig und wahrheitsgemäss sind; die Zahnärztin oder der Zahnarzt bestätigt dasselbe für den eigenen Teil. Lesen Sie deshalb die Schlusserklärung im Gesundheitsfragebogen Zusatzversicherung, bevor Sie unterzeichnen, und überlassen Sie das Ankreuzen niemand anderem.
Vorbehalte, Ausschlüsse und neue Deklaration nach dem Fragebogen
Bestehende Krankheiten sind nicht wie andere versicherbar, erklärt Comparis: Die Kasse kann Vorbehalte anbringen, nur teilweise versichern oder bestimmte Leiden ausschliessen, und die betroffenen Behandlungen gehen dann zulasten der versicherten Person. Auch ohne schriftlichen Vorbehalt darf sie Behandlungen ablehnen, die mit einer bestehenden Krankheit zusammenhängen.
Bei Sympany (Ausgabe 2022) kann der Vorbehalt Krankheiten oder Unfallfolgen betreffen, die bei Versicherungsbeginn schon bestanden. Er gilt befristet oder unbefristet, wird per Einschreiben mitgeteilt, und die versicherte Person kann auf eigene Kosten nachweisen, dass er nicht mehr gerechtfertigt ist. Die Visana behält sich vor, eine neue Gesundheitsdeklaration zu verlangen und die beantragten Versicherungen nur eingeschränkt oder gar nicht zu gewähren.
Wann keine Gesundheitsdeklaration verlangt wird
Nach Comparis gibt es Ausnahmen: Kollektivversicherungen für Mitglieder eines Verbands oder Angestellte eines Unternehmens, bestehende Kundinnen und Kunden bei bestimmten Wechseln oder neuen Angeboten (bei der Kasse zu klären) und die pränatale Anmeldung eines Kindes, die kurz vor oder nach der Geburt erfolgt.
Atupri erwähnt einen weiteren Fall: Der Umstieg auf ein günstigeres Modell derselben Kasse ist ohne Gesundheitsprüfung möglich. Ob die Gesundheitsprüfung Zusatzversicherung in einem solchen Fall entfällt, hängt immer von Kasse und Produkt ab; einen allgemeinen Anspruch darauf gibt es bei Zusatzversicherungen nicht.
Karenzfristen: Wartezeit auch nach bestandener Prüfung
Ist der Antrag angenommen, kann trotzdem eine Wartezeit folgen. Die Stiftung für Konsumentenschutz erwähnt die Karenzfrist: Während eines bestimmten Zeitraums nach Vertragsabschluss zahlt die Versicherung nichts, bei Zahnversicherungen können es sechs Monate sein, und geplante Behandlungen werden in dieser Zeit nicht vergütet. Der Visana-Antrag nennt einen Leistungsanspruch erst nach Ablauf der Karenzfrist gemäss den Bedingungen, mindestens sechs Monate nach Versicherungsbeginn.
Die Karenzfrist hat mit dem Gesundheitsfragebogen Zusatzversicherung nichts zu tun, trifft aber vor allem Personen, die geplante Behandlungen im Auge haben. Fragen Sie vor dem Abschluss nach Wartefristen für Zahnbehandlungen, Zahnspangen oder andere vorhersehbare Leistungen und halten Sie die Antwort schriftlich fest.
Dauer der Prüfung, interne Kriterien und Ablehnung
Die Beurteilung stützt sich laut Comparis auf interne Kriterien und manchmal auf die Einschätzung einer Vertrauensärztin; auch Alter und Geschlecht können eine Rolle spielen. Ein Gentest darf nicht verlangt werden, doch bereits bestätigte Risiken müssen angegeben werden. Moneyland ergänzt, dass auch familiäre Vorbelastungen wie Krebs oder Erbkrankheiten in die Prüfung einfliessen. Die Prüfung dauert nach Angaben von Atupri zwischen einem Tag und drei Wochen.
Eine Ablehnung kann spätere Anträge belasten, warnt Comparis, und Kulanz ist in der Regel nicht möglich, selbst bei langjährigen Kunden. Nach dem Gesundheitsfragebogen Zusatzversicherung folgt der Entscheid der Kasse; deshalb kündigt man den alten Vertrag erst nach dem schriftlichen Bescheid der neuen Kasse. Die Stiftung für Konsumentenschutz nennt zudem eine Bedenkzeit von meist 14 Tagen nach der Unterschrift, die sich gut zum Nachlesen der Bedingungen eignet.
