Flexible Spitalversicherung: die Wahl fällt erst beim Eintritt
Klassische Spitalzusatzversicherungen legen die Abteilung im Voraus fest. Bei einer flexiblen Spitalversicherung ist das anders. Helsana beschreibt bei HOSPITAL FLEX, dass die Abteilung im Einzelfall beim Eintritt bestimmt wird, wahlweise allgemein, halbprivat oder privat. Bei der CSS wählen Versicherte die Abteilung vor jedem Spitalaufenthalt.
Das Modell spricht Personen an, die vorher nicht wissen, ob sie ein Einzelzimmer oder die freie Arztwahl brauchen werden. Es hat aber seinen Preis: Je höher die gewählte Abteilung, desto stärker greift der Eigenanteil. Die Flexibilität kostet also nicht nur in der monatlichen Prämie.
Auch die Spitalwahl ist unterschiedlich geregelt. Bei HOSPITAL FLEX ist die allgemeine Abteilung in der ganzen Schweiz gedeckt, mit freier Wahl unter den anerkannten Spitälern; die Arztwahl kommt erst mit der halbprivaten oder privaten Abteilung dazu. Die CSS hält fest, dass Notfallbehandlungen unbegrenzt übernommen werden, während für geplante Eingriffe die Spitalwahl von der gewählten Stufe abhängt. Wer eine flexible Spitalzusatzversicherung prüft, sollte also immer auch die Spitalliste mitlesen.
Was kostet eine flexible Spitalversicherung? Die Prämie im Detail
Eine allgemeine Preisangabe wäre unseriös, denn jeder Versicherer legt die Prämien seiner VVG-Zusatzversicherungen selbst fest. Die CSS nennt als Faktoren die gewählte Stufe (Economy, Balance oder Premium), das Geschlecht und das Alter. Bei Helsana wird die Prämie in einem Online-Rechner ermittelt, der auch freiwillige Zusatzmodule enthält.
Wer einen verlässlichen Preis will, holt eine persönliche Offerte ein und stellt sie einer Lösung mit fester Abteilung gegenüber. Eine tiefere Prämie kann einen höheren Eigenanteil bei einem Spitalaufenthalt widerspiegeln. Die wahren Kosten einer flexiblen Spitalzusatzversicherung zeigen sich erst, wenn man Prämie und Eigenanteil im Spital zusammenzählt.
Hinzu kommt der Zeitpunkt der Kostenbilanz. Die Prämie fällt jeden Monat an, der Eigenanteil nur in Jahren mit Spitalaufenthalt. Wer selten hospitalisiert wird, zahlt über die Jahre eher die Prämie; wer häufiger in die halbprivate oder private Abteilung eintritt, spürt den Eigenanteil. Eine flexible Spitalversicherung lässt sich darum nur anhand mehrerer realistischer Szenarien beurteilen.
Eigenanteil im Spital bei Hospital Flex: Prozentsätze und Höchstbeträge
Helsana kennt zwei Versionen von HOSPITAL FLEX. Bei FLEX 1 beträgt die Beteiligung in der halbprivaten Abteilung 35 Prozent der Kosten, höchstens 3000 Franken pro Jahr, in der privaten Abteilung 50 Prozent, höchstens 9000 Franken. Bei FLEX 2 sind es halbprivat 20 Prozent bis maximal 2000 Franken und privat 35 Prozent bis maximal 4000 Franken. Beachten Sie, dass die Prozentsätze je nach Version stark variieren und dass die Jahreslimite pro Kalenderjahr gilt.
Die allgemeine Abteilung ist in der ganzen Schweiz zu 100 Prozent der Kosten gedeckt, hier fällt dieser Eigenanteil nicht an. Als reine Rechenübung mit angenommenen Kosten von 10000 Franken in der halbprivaten Abteilung bei FLEX 1: 35 Prozent wären 3500 Franken, die Beteiligung endet aber bei 3000 Franken. Die Obergrenze schützt vor sehr teuren Aufenthalten, hebt die Ausgabe aber nicht auf.
- FLEX 1, halbprivat: 35 Prozent, höchstens 3000 Franken pro Jahr
- FLEX 1, privat: 50 Prozent, höchstens 9000 Franken pro Jahr
- FLEX 2, halbprivat: 20 Prozent, höchstens 2000 Franken pro Jahr
- FLEX 2, privat: 35 Prozent, höchstens 4000 Franken pro Jahr
Flexible Spitalzusatzversicherung bei der CSS: Economy, Balance, Premium
Die CSS bietet drei Stufen an. Beim Abschluss legen Versicherte ihre Kostenbeteiligung für Spitalaufenthalte fest, die pro Kalenderjahr entsprechend der benutzten Abteilung verrechnet wird. In den Tabellen der CSS reicht der Anteil von keiner Beteiligung bis zu 70 Prozent der Kosten, und die Jahreslimiten erreichen in der privaten Abteilung bis zu 14000 Franken in der exponiertesten Variante.
Die CSS unterscheidet zudem zwischen Spitälern, die nach KVG und von der Kasse anerkannt sind, und übrigen Schweizer Spitälern, mit je anderen Beteiligungsregeln. Eine Upgrade-Option erlaubt es, die Deckung alle fünf Jahre von 20 bis 70 ohne neue Gesundheitsfragen zu erhöhen. Entscheidend bleibt die vollständige Tabelle der gewünschten Variante. Auch bei der flexiblen Spitalzusatzversicherung der CSS entscheidet die Variante, ob und wie viel Sie beim Spitaleintritt selbst tragen. Die Kostenbeteiligung wird jeweils für das Kalenderjahr verrechnet, in dem die gewählte Abteilung beansprucht wurde.
Zusätzlich fällig: Franchise, Selbstbehalt und 15 Franken pro Tag
Der Eigenanteil der Flex-Lösung kommt zu den Kosten der Grundversicherung hinzu. Helsana weist darauf hin, dass Franchise, KVG-Selbstbehalt und der Spitalbeitrag von 15 Franken pro Tag weiterhin gelten. Das BAG gibt an, dass Erwachsene 10 Prozent der Kosten über der Franchise bezahlen, höchstens 700 Franken pro Jahr. Die flexible Spitalversicherung ersetzt diese gesetzlichen Beträge also nicht.
Beim Vergleich zweier Angebote sollten Sie die Schichten deshalb sauber stapeln: Franchise und Selbstbehalt der obligatorischen Versicherung, Spitalbeitrag, dann die Beteiligung der Zusatzversicherung. Kinder sind vom Spitalbeitrag befreit, und ihr Selbstbehalt ist laut BAG auf 350 Franken pro Jahr begrenzt.
Aufnahmebedingungen und Ausschlüsse im Überblick
Für HOSPITAL FLEX verlangt Helsana einen amtlichen Wohnsitz in der Schweiz und ein Eintrittsalter unter 70 Jahren. Es gibt einen Fragebogen zur Gesundheit, jeder Antrag wird einzeln geprüft, und bestehende Leiden können für bestimmte Behandlungen ausgeschlossen werden. Für Mutterschaft gilt eine Wartefrist von 365 Tagen.
Ein blosser Zimmerwechsel ohne Abteilungswechsel ist laut Helsana in der Regel nicht möglich. Die freie Arztwahl besteht nur halbprivat oder privat. Manche Spitäler, Abteilungen oder Tarife werden nicht anerkannt; dann können höhere Kosten bei den Versicherten bleiben. Deshalb lohnt es sich, die Kostenübernahme vor dem Spitaleintritt zu klären. Wer nur die Abteilung bei Spitaleintritt wechseln möchte, ohne die Bedingungen zu kennen, riskiert Überraschungen bei der Abrechnung.
Zusatzleistungen: Ausland, Geburt, Erholung
Flex-Lösungen enthalten teils Zusatzleistungen. Bei Helsana ist eine dringende Behandlung im Ausland bis 500 Franken pro Tag bei FLEX 1 und bis 1000 Franken pro Tag bei FLEX 2 versichert. Das Rooming-in für eine Begleitperson des Kindes ist auf 50 beziehungsweise 100 Franken pro Tag begrenzt, für 15 Tage pro Kalenderjahr.
Hinzu kommt eine einmalige Geburtspauschale von 500 oder 1000 Franken bei Hausgeburt, ambulanter Geburt oder Geburt im Geburtshaus. Ein freiwilliges Modul ergänzt Leistungen wie Haushaltshilfe, Kuren oder Übergangspflege im Pflegeheim. Die CSS nennt für geplante Spitalbehandlungen im Ausland eine Obergrenze von 500000 Franken pro Kalenderjahr. All diese Beträge gelten produktspezifisch. Die Wahl der Abteilung bei Spitaleintritt beeinflusst diese Pauschalen nicht, denn sie haben eigene Höchstbeträge.
Szenarien durchrechnen, bevor Sie sich entscheiden
Um eine flexible Spitalversicherung zu beurteilen, lassen Sie sich vom Versicherer den Restbetrag für einen kurzen und einen langen Aufenthalt in jeder Abteilung nennen, mit Limiten und Berechnungsperioden. Fragen Sie auch nach der Behandlung von Verlegungen, Wiedereintritten und Aufenthalten, die über den Jahreswechsel gehen. Eine flexible Spitalversicherung sollte zudem mit einer Lösung verglichen werden, die nur die allgemeine Abteilung abdeckt.
Wer heute eine feste Abteilung versichert hat, vergleicht den Prämienaufschlag der festen Lösung mit dem maximalen Eigenanteil der Flex-Variante. Der Unterschied liefert eine Grössenordnung, verbindlich ist aber nur der Vertrag. Individuelle Beratung ist hier nicht möglich: Lassen Sie jeden Punkt schriftlich bestätigen.
