Philos Grundversicherung: eine Gesellschaft innerhalb der Groupe Mutuel
Hinter dem Angebot steht die Philos Krankenversicherung AG, französisch Philos Assurance Maladie SA, mit Sitz in Martigny. Sie ist laut ihrem Geschäftsbericht 2025 einer der Grundversicherer, die von der Groupe Mutuel Holding SA gehalten werden. Deren alleinige Eigentümerin ist die Fondation Groupe Mutuel, eine gemeinnützige Einrichtung. Philos verfolgt einen nicht wirtschaftlichen Zweck im Sinne von Artikel 620 Absatz 3 des Obligationenrechts.
Die Gesellschaft betreibt die obligatorische Krankenpflegeversicherung nach KVG und die freiwillige Taggeldversicherung nach KVG. Beide Tätigkeiten beaufsichtigt das Bundesamt für Gesundheit (BAG). Der Bericht nennt 181'116 Versicherte der obligatorischen Krankenpflegeversicherung per Ende 2025, gegenüber 200'466 im Jahr 2024.
In welchen Kantonen Philos tätig ist, geht aus dem Bericht nicht hervor. Welches Angebot an einer bestimmten Adresse erhältlich ist, klärt man beim Versicherer oder im amtlichen Prämienvergleich.
Philos Groupe Mutuel: Rechtsform, Zweck und Vertragspartner
Der Geschäftsbericht hält fest, dass die Philos Krankenversicherung AG auf unbestimmte Dauer errichtet ist und unter drei Firmenbezeichnungen auftritt: Philos Assurance Maladie SA, Philos Krankenversicherung AG und Philos Assicurazione Malattia SA. Ihr Zweck ist die Versicherung ihrer Mitglieder gegen die wirtschaftlichen Folgen von Krankheit, Unfall und Mutterschaft. Als Revisionsstelle amtet Ernst & Young AG mit Sitz in Basel.
Für Versicherte heisst das: Vertragspartner der Philos Grundversicherung ist eine eigenständige Gesellschaft mit eigener Firma, auch wenn Kundendienst, Produkte und Unterlagen unter dem Dach der Gruppe erscheinen. Bei Philos Groupe Mutuel lohnt sich daher ein Blick auf den Namen der Gesellschaft im Versicherungsausweis und in den Bedingungen, bevor man Offerten vergleicht.
Die gemeinnützige Ausrichtung sagt allein nichts über Höhe der Prämie oder Qualität der Dienstleistung aus. Sie beschreibt den Zweck der Gesellschaft, nicht das Preisniveau, und ist deshalb als Information, nicht als Kaufargument zu verstehen. Wer die Gesellschaft kennt, kann bei Rückfragen zudem gezielt den richtigen Ansprechpartner der Gruppe kontaktieren.
Was die Philos Grundversicherung nach KVG umfasst
Wer in der Schweiz lebt, muss eine Grundversicherung haben, und die gewählte Krankenkasse darf niemanden ablehnen. So beschreibt es der amtliche Prämienrechner Priminfo. Das gilt für die Philos Grundversicherung ebenso wie für jede andere Kasse. Die Leistungen sind in allen Modellen dieselben; unterschiedlich sind der erste Ansprechpartner und die Höhe der Prämie.
Priminfo unterscheidet ein Basis-Modell mit freier Arztwahl und höheren Prämien von Modellen mit festem ersten Kontakt: die Arztpraxis, ein Telemedizin-Anbieter, die Apotheke oder mehrere Anlaufstellen zur Auswahl.
Zusatzleistungen wie Komfort im Spital, Zahnpflege oder Komplementärmedizin, die die Gruppe zusätzlich anbietet, gehören nicht zu dieser Pflichtversicherung. Sie sind Zusatzversicherungen und unterstehen dem VVG.
Alternative Versicherungsmodelle Philos: PrimaFlex, SanaTel, PrimaCare und OptiMed
In der Grundversicherung führt die Groupe Mutuel alternative Modelle unter den Markennamen PrimaFlex, SanaTel, PrimaCare und OptiMed. Nach den Angaben der Gruppe bestehen diese Modelle bei Mutuel, Philos, Avenir, AMB und der Caisse-maladie de la vallée d'Entremont. Für Philos sind die Bedingungen zu PrimaFlex, SanaTel, PrimaCare und OptiMed als eigene Dokumente aufgeführt.
Allgemein nennt die Groupe Mutuel als Grundversicherungsmodelle das Standardmodell, das Hausarztmodell, das Telemedizinmodell, das Flexible Modell und das Ärztenetzmodell. Welche Markenbezeichnung zu welchem dieser Modelltypen gehört, steht in den jeweiligen Bedingungen und lässt sich dort nachlesen.
Für alternative Versicherungsmodelle Philos gilt: Man akzeptiert eine Zugangsregel und erhält dafür eine tiefere Prämie. Wer die Regel nicht einhält, kann ins Standardmodell überführt werden. Zu dieser Folge brachte das Jahr 2025 eine Änderung.
Neue Besondere Bedingungen KVG ab April 2025: was sich ändert und was nicht
Die Groupe Mutuel erklärt, dass die Änderung der Verordnung über die Krankenversicherung (KVV) per 1. Januar 2025 eine Anpassung der Besonderen Bedingungen zum KVG (BB KVG) ihrer alternativen Modelle nötig machte. Die neuen Bedingungen gelten ab dem 1. April 2025; Versicherte müssen nichts unternehmen.
Die Neuerung betrifft Versicherte, die wegen Verstössen gegen die Modellregeln ins Standardmodell überführt wurden. Der Ablauf der Überführung bleibt gleich. Neu ist, dass ein Wechsel zurück in ein alternatives Modell erst zum 1. Januar des Folgejahres möglich ist.
Unverändert bleiben laut Groupe Mutuel die Funktionsweise des Modells, die Prämie, die Leistungen der Grundversicherung, die Prämienverbilligung des Wohnkantons, die Franchise, ein allfälliger Hausarzt und die Zusatzversicherungen. Ein ausserordentliches Kündigungsrecht entsteht durch die Anpassung nicht. Die neuen Bedingungen stehen je Modell und Versicherer als PDF bereit.
Franchise, Selbstbehalt und Prämie bei der Philos Grundversicherung
Die Franchise ist der Betrag, den man jedes Jahr zuerst selbst bezahlt. Priminfo nennt 500, 1000 oder 2500 Franken als Beispiele und hält fest, dass eine höhere Franchise die Prämie senkt. Jedes Jahr beginnt die Franchise von vorn.
Nach Erreichen der Franchise beträgt der Selbstbehalt 10 % der Kosten, höchstens 700 Franken pro Jahr. Bei einem Spitalaufenthalt kommen 15 Franken pro Tag hinzu. Prämien sind monatlich zu zahlen, auch wenn man keine Leistungen bezieht.
Wie hoch die Prämie bei der Krankenkasse Philos ausfällt, hängt von Kanton, Prämienregion, Alter, Modell und Franchise ab. Eine Durchschnittsprämie lässt sich nicht seriös angeben; massgebend ist die Offerte des Versicherers oder der amtliche Rechner mit der eigenen Adresse.
Philos und die Zusatzversicherungen der Groupe Mutuel: zwei getrennte Verträge
Die Groupe Mutuel führt ihre Zusatzversicherungen als eigenes Angebot auf: Rundumschutz, Pflege und Prävention, Spitalaufenthalt, Notfälle im Ausland, Zahnpflege, Komplementärmedizin, Zusatz bei Unfall sowie Taggeld, Rente und Kapital. Empfohlen wird, zuerst ein Modell der Grundversicherung zu wählen und es danach nach Bedürfnis zu ergänzen.
Eine Offerte kann Grund- und Zusatzversicherung auf denselben Unterlagen zeigen. Rechtlich sind sie dennoch zwei Dinge: Die Grundversicherung folgt dem KVG, die Zusatzversicherungen folgen dem VVG, mit eigenen Allgemeinen Bedingungen, eigenen Gesundheitsfragen und eigenen Prämien.
Deshalb ist auf jedem Vertrag zu prüfen, welche Gesellschaft der Gruppe Vertragspartei ist, und die Bedingungen der Grundversicherung sind getrennt von jenen der Zusatzversicherungen zu lesen. Die BB-KVG-Anpassung vom April 2025 ändert an den Zusatzversicherungen nichts.
Krankenkasse Philos vergleichen oder wechseln: Fragen vor dem Entscheid
Vor der Wahl oder dem Verlassen der Krankenkasse Philos sind einige Fragen sinnvoll: Wie hoch ist die Prämie für meine Adresse, mein Alter und meine Franchise? Welches Modell wird angeboten, und welcher erste Kontakt ist verlangt? Was geschieht, wenn ich ihn nicht einhalte? Wo sind meine Zusatzversicherungen versichert?
Priminfo hält fest, dass man die Krankenkasse selbst wählen darf. Fristen für einen Wechsel nennt Priminfo an dieser Stelle nicht. Sie sind, ebenso wie die Auswirkung eines Wechsels auf eine bestehende Zusatzversicherung, beim Versicherer oder auf den amtlichen Seiten zu prüfen, bevor man kündigt.
Ein Prämienvergleich der Philos Grundversicherung mit anderen Kassen ist nützlich. Er sagt aber nichts über Servicequalität oder darüber, ob ein Modell zum eigenen Alltag passt. Diese Abwägung bleibt persönlich und ersetzt keine Auskunft der Kasse.
